Kenia Die coolsten Busse der Welt

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Der Verkehr stockt kaum noch, er steht. Nairobi gilt als die größte Stadt Afrikas, weil es so lange dauert, um von A nach B zu kommen. Im Berufsverkehr brauche ich für die 11 km vom Zentrum zu meinem Couchsurfing Host locker 2½ Stunden.
„Wie ist denn der Verkehr in Deutschland?“ fragt mich meine Sitznachbarin.
„Im Prinzip gleich − nicht ganz so schlimm − aber wir haben keine Matatus, sondern ‚langweilige‘ Busse“, antworte ich.

Matatu sind die Minibusse in Kenia, die auf festen Routen ihre Runden drehen, dies aber ohne Fahrplan. Es wird losgefahren, wenn voll ist, sonst lohnt es sich finanziell für die Inhaber nicht. Da man natürlich den Matatu auswählt, der schon am vollsten ist, gibt es Leute, die dafür bezahlt werden, im Matatu zu sitzen und ihn voll aussehen zu lassen. Wenn er dann wirklich fast voll ist, steigen sie aus und setzen sich in den nächsten leeren.
Es gibt aber auch Matatus, auf die man wartet, weil es die coolsten sind.
In Nairobi gibt es die spektakulärsten Minibusse weltweit. Aufgemotzt in coolen Graffiti-Designs mit mehr oder weniger inspirierenden Sprüchen, die kunstvoll Religion und Populärkultur verbinden: „Christ in Action: Fast and Furious“.


Besonders junge Leute warten auch schon mal auf den coolsten Matatu, den neben dem coolen Design locken sie auch mit der coolsten Musik. DJs in Nairobi verkaufen ihre Mix-CDs an die Matatus, um bekannt zu werden und dadurch Jobs in Diskos zu bekommen.
Die Jungs, denen die Matatus gehören sind auch mächtig stolz auf ihre Maschinen und als ich Photos mache und mich begeistert zeige, werde ich auch gleich eingeladen, eine Runde mitzufahren.
Ich verschweige natürlich, daß der ganze (Gangsta-)Rap so gar nicht meins ist und leide still vor mich hin. 😀

Meiner Sitznachbarin erzähle ich dann noch von deutschen Straßenbahnen, von denen sie sich sehr begeistert zeigt.

 

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